Bremen 06. bis 09.08.2021

Zunächst mal ein zünftiges "Moin" aus Bremen:

Für ein verlängertes Wochenende ging es Anfang August in die Hansestadt Bremen. Ziel war die "Alexander von Humboldt", die als Hotel- und Gastronomieschiff vor der Altstadt liegt. Die "Alex" hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Gebaut wurde sie 1906 auf der Bremer Werft AG "Weser" zunächst als Feuerschiff unter dem Namen "Reserve.Sonderburg". Der Name bezog sich auf ihre Funktion als Reservefeuerschiff, welches in Sonderburg auf der Insel Alsen, die damals noch zum Deutschen Kaiserreich gehörte, beheimatet war. Mit Laternenmast und Leuchtfeuer ausgerüstet diente das Schiff an wechselnden Positionen als schwimmendes Seezeichen für die Schifffahrt.

In den 80er Jahren ging die Zeit der bemannten Feuerschiffe zu Ende. Die Position "Weser" war die letzte Station als Feuerschiff, bevor das Schiff außer Dienst gestellt wurde. Mit der Außerdienststellung als Feuerschiff begann ihre zweite große Karriere als Sail Trainig Schiff "Alexander von Humboldt".

Auf Initiative von Kapitän Manfred Hövener und mit Hilfe vieler Freiwilliger wurde das Feuerschiff von 1986 - 1988 zum Sail Training Schiff "Alexander von Humboldt" umgebaut. Der Rumpf erhielt erstmals seine typische grüne Farbe, die traditionelle Farbe der berühmten Bremerhavener Rickmers-Segler, die später, zusammen mit den grünen Segeln, das Markenzeichen der Bark wurden.

Seit ihrer Taufe als "Alexander von Humboldt" hat das Schiff über 500.000 Seemeilen zurück gelegt, ist 12 mal über den Atlantik gesegelt, hat zweimal das berühmt-berüchtigte Kap Hoorn umrundet und unzähligen jungen Leuten die Möglichkeit gegeben, traditionelle Seemannschaft zu erlernen, fremde Länder und Häfen, und dabei die unterschiedlichsten Menschen kennenzulernen. (Quelle: http://alex-das-schiff.de)

2013 ging dann die Zeit für den Segler auf den Weltmeeren endgültig zuende. Das Schiff wurde zum Hotel- und Gastronomieschiff umgebaut und hat seit Oktober 2016 seine Liegeplatz an der Schlachte in Bremen, nach dem es zuvor schon seit 2015 im Marina Europahafen gelegen hat.

Hier ein erstes Bild von dem stolzen Segler der natürlich auch durch die Beck's-Werbung bekannt geworden ist:

Ein paar technische Daten der Dreimast-Bark:
Die "Alex" hat eine Länge an Deck von 53,5 m, eine Schiffsmasse von 660 t (leer) und eine Verdrängung von 829 t (beladen). Die Segelfläche beträgt 1.035 qm (25 Segel: 11 Rah-, 5 Vor-, 6 Stagsegel, 2 Besane und Besantoppsegel). Der Großmast hat eine Höhe von 34 m über der Wasserlinie.

Zunächst einige Impressionen vom Schiff:

Zwei der drei Messen unter Deck:

Der recht steile Abgang zu unserer Kabine im "Keller":

Die Kabinen sind recht klein. Am meisten Platz hat man im Bad:

Das "Fenster" liegt keinen halben Meter über der Wasserlinie:

Noch einige Stimmungsbilder:

Prost:

Bremer Labskaus:

Auch zur blauen Stunde macht der Segler eine gute Figur:

Natürlich haben wir uns auch die Hansestadt Bremen angeschaut.

Direkt neben der "Alex" liegt ein weiteres Gastronomie-Schiff, die Admiral Nelson. Bei der Admiral Nelson handelt es sich um einen Nachbau einer Fregatte, wie sie auch von Admiral Nelson 1805 bei der Schlacht von Trafalgar befehligt wurde. Der Nachbau wurde um 2000 zu einem Gastronomie-Schiff umgebaut und liegt seit 2001 an der Schlachte. Man kann dort sehr leckere Pfannekuchen genießen:

Admiral Nelson
Rathaus
Bremer Roland auf dem Rathausplatz
Die Bremer Stadtmusikanten

In Bremen hat man mich nicht vergessen!  

Vor dem Bremer Rathaus campt seit nun mehr 107 Tagen eine Mahnwache zum Klimaschutz:

Mühle am Wall
Böttcherstraße

Ludwig Roselius (1874 bis 1943) war ein Kaffeehändler und Gründer der Firma Kaffee Hag. Als Mäzen förderte er Künstler und baute die Böttcherstraße in Bremen als Kunstwerk auf:

St. Petri Dom

Ein Besuch im Schnoor-Viertel ist natürlich Pflichtprogramm in Bremen:

In der Stadt war eine künstliche Welle aufgebaut, wo man surfen konnte:

Eine Fahrrad PopUp-Stelle, auch keine schlechte Idee:

Die Hansestadt hat auch abends ihren Reiz, insbesondere zur "blauen Stunde". Daher noch einige Impressionen zur Abendzeit, auch wenn es sich zum Teil um die selben Motive handelt:

Rathausplatz
Bremer Roland auf dem Rathausplatz
Rathausplatz
Bremer Rathaus (rückseitige Ansicht)
Handelskammer Bremen
Rathaus
Roland
Böttcherstraße
Böttcherstraße
Alexander von Humboldt am Liegeplatz Schlachte vor der St. Martini-Kirche

Zu einem Besuch in Bremen gehört selbstverständlich auch eine Hafenrundfahrt, auch wenn es in Bremen nicht so viel zu sehen gibt. Da bekommt man in Duisburg deutlich mehr geboten. Zumindest gab es ein paar Schiffe zu sehen:

Molenfeuer an der Einfahrt zum Überseehafen:

Die Star Isfjord ist ein Stückgutfrachter mit Ladegeschirr. Das Schiff wurde im Jahr 2000 in Japan gebaut, hat eine Länge von 198 m, eine Breite von 31 m. Die Maschinenleistung beträgt 11.050 kW, damit schafft das Schiff 16 kn:

Die Federal Seto ist ebenfalls ein Stückgutfrachter. Sie wurde 2004 gebaut und hat eine Länge von 200 m und eine Breite von 24 m:

Einfahrt der Bothniaborg. Die Bothniaborg ist ein Ro-Ro Frachtschiff. Sie wurde 2004 gebaut, hat eine Länge von 153 m und eine Breite von 22 m:

An der Einfahrt zum Hafen warten die Hafenschlepper auf Kundschaft:

Hier kommen die berühmten Cornflakes her:

Dann heißt es Abschied nehmen von der Alex:

Auf der Rückfahrt haben wir noch einen Abstecher nach Bremerhaven zum Schifffahrtsmuseum gemacht. Der Außenbereich ist frei zugängig. Hier liegen einige interessante Ausstellungsstücke.

Der Schlepper "Stier" wurde 1954 gebaut und tat seinen Dienst in Bremen. Der "Wassertrecker" wurde damals mit einem völlig neuen Antriebskonzept ausgestattet, mit zwei Voith-Schneider-Propellern. Dabei handelt es sich um zwei Propellern mit jeweils vier senkrecht stehenden Flügeln, die um eine gemeinsame Achse rotieren. Die Anstellwinkel der Flügel können um 360 Grad gedreht werden und ermöglichen es so, den Schub in jede beliebige Richtung zu lenken. Damit ist der Schlepper besonders wendig und kraftvoll. Die Propeller werden von je einem Dieselmotor angetrieben. Dieses Antriebskonzept wird noch heute angewendet:

In diesem Bildausschnitt sind die senkrecht stehenden Propeller gut zu erkennen:

Steuerstand der "Stier":

Einer der beiden Dieselmotoren mit je 350 PS:

Dieser kraftvolle und schnelle Hochsee-Bergungsschlepper wurde mit seiner kompletten Ausrüstung zum Bergen, Schleppen und Feuerlöschen 1924 in Dienst gestellt. Dank seiner hervorragenden technischen Ausstattung und seiner spezialisierten Besatzung kam er Jahr für Jahr vielen Schiffen in Seenot zu Hilfe:

Das U-Boot "Wilhelm-Bauer" ist ein U-Boot vom Typ XXI. Es wurde 1943/44 gebaut, kam aber nicht mehr im 2. Weltkrieg zum Einsatz. Es hat eine Länge von 76,7 m und kann regulär 220 m tief tauchen. Die äußerste Tauchtiefe beträgt 330 m. Mit ihren 58 Mann Besatzung hat es über Wasser eine Reichweite von 15.500 sm bei 10 kn. Getaucht hat es eine Reichweite von 340 sm bei 5 kn:

Auf der Nordsee war dann noch ein modernes Schiff zu bewundern, die MS Maud der Hurtigruten. Das Schiff wurde 2001 gebaut und 2021 modernisiert. Die Maud hat eine Länge von 135,75 m, eine Breite von 21,5 m und besitzt die Eisklasse 1C. Es biete Platz für 532 Passagiere:

Mit der Möwe sage ich Tschüss:

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© by Karl-Heinz Frings